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Hoşceldun Uşak! Habu sayfede son 24.09.2006 cuni bi şeyler edildi
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Başka
bir mailboxumda "temizlik" yaparken, Hemşinliler hakkında bir makale
yine ortaya çıktı. Bazı forum okuyucuların Almancaları var belki. En
az çok önem verenler bu kısa makaleyi çevirdirebilirler.
Şunu hemen söyleyim: makaleyi çevirmek için maalesef zamanım yok.
Kaynak: Armenisch-deutsche Korrespondenz (Frankfurt/ M.), Jg. 1997,
Nr.98,
Heft 4, s.34-36
Die Hemschin-Armenier
Von Michael Job
S.34:
Die Armenier gelten gemeinhin als ein Volk, das seine Identitaet
seit
Beginn der schriftlichen Ueberlieferung vor mehr als 1.500 Jahren
immer
aus der Bewahrung von Sprache und Religion gewonnen hat. Fuer den
groessten Teil des armenischen Volkes gilt dies auch heute noch.
Eine
bekannte und in manchem etwas raetselhafte Ausnahme bilden die
Hemschin-Armenier im nordoestlichen Teil der Tuerkei.
Schon die Bezeichnung Hemschin-Armenier" ist etwas problematisch,
denn man
muss im Grunde zwei recht verschiedene Gruppen unterscheiden. Die
westliche Gruppe lebt in der Provinz Rize in Doerfern entlang
einiger der
Fluesse, die durch das Hemschin-Gebiet um Gamlihemsin (armen. Hamen)
und
Ortakoey ins Schwarze Meer fliessen. Daneben findet man Hemsinli,
wie sie
auf Tuerkisch heissen, aber auch in den grossen Staedten und in den
westlicheren Provinzen der Schwarzmeerkueste.
Die oestliche Gruppe wohnt in der Provinz Artvin, entlang der
Fluesse,
die durch Hopa und Kemalpasa ins Meer fliessen.
Gemeinsam ist der westlichen und der oestlichen Gruppe, dass sie,
z.T.
wohl bereits seit dem 15. Jh., den Islam angenommen haben. Der
wichtigste
Unterschied zwischen den beiden Gruppen zeigt sich darin, dass die
westlichen Hemsinli auch kein Armenisch mehr sprechen. Die
oestlichen, die
sich selber Homschetsi" nennen, sprechen dagegen westarmenische
Mundarten
mit vielen altertuemlichen Zuegen.
Was das Identitaetsgefuehl der westlichen Hemsinli betrifft, so ist
ihre
Vereinnahmung als Armenier heute sicherlich unberechtigt, denn sie
selbst
bestreiten ihre armenische Herkunft. Dies mag ein Effekt der
vollstaendigen Tuerkisierung sein, aber an der Tatsache, dass die
Hemsinli
frueher Armenier waren, kann es keinen Zweifel geben. Neben aelteren
armenischen Orts- und Almnamen gibt es eine Fuelle von armenischen
Lehnwoertern in dem besonderen tuerkischen Dialekt der Hemsinli.
Diese
Woerter sind von dem in Leiden forschenden Sprachwissenschaftler Dr.
Uwe
Blaesing in zwei Monographien ausfuehrlich untersucht worden
(Armenisches
Lehngut im Tuerkeituerkischen 1992, Armenisch - Tuerkisch:
Etymologische
Betrachtungen 1995). Einige Woerter armenischen Ursprungs finden
sich auch
sonst im Tuerkeituerkischen, andere, vor allem Woerter aus dem
Bereich der
Landwirtschaft, des Hausrats, der Natur, sind auf das
Hemschin-Tuerkische
beschraenkt.
Die benachbarten Lasen (ein mit den Georgiern verwandtes
suedkaukasisches
Volk) nennen die Hemsinli heute noch Ermeni" oder auf Tuerkisch
kalin
kaburgali ermeni" (dickrippiger Armenier). Reisende des fruehen 19.
Jh.
berichten, dass zu der Zeit in Hemsin noch Armenisch gesprochen
wurde.
Zwei britische Forscher schreiben sogar, dass es seinerzeit Frauen
gegeben
habe, die nur Armenisch verstanden. Der Sprachverlust ist also
offenbar
nicht aelter als vielleicht 120 bis 150 Jahre, doch das Bewusstsein
der
ethnischen Zugehoerigkeit ist vollstaendig verlorengegangen.
Ein wenig Aufschluss ueber die zeitliche Abfolge von Sprachverlust
und vom
Verlust des ethnischen Identitaetsgefuehls bietet die Situation bei
den
oestlichen Homschetsi" (auch Chomschetsi"), die von den anderen
Armeniern
Hamenshenc'i (Bewohner von Hamschen) oder Hamshenahay
(Hamschen-Armenier)
genannt werden.
Als der franzoesische Sprach- und Kulturforscher Georges Dumizil
Anfang der sechziger Jahre unseres Jahrhunderts in Istanbul mit
einem jungen
Lasen arbeitete, um dessen Sprache zu untersuchen, stellte ihm
dieser Lase
einen ehemaligen Mitschueler vor, der mit ihm zusammen das Gymnasium
in
Rize besucht hatte. Dieser Student habe einen ganz seltsamen Jargon
als
Muttersprache. Wie sich bald herausstellte, handelte es sich um das
Hemschin-Armenische, und der Student war ganz erstaunt zu erfahren,
dass
er eine Form des Armenischen sprach. Zwar war ihm, der nun seit
einem
guten Dreivierteljahr in Istanbul lebte, im Sommer am Strand immer
wieder
aufgefallen, dass dort Leute in einer Sprache miteinander redeten,
die
nicht Tuerkisch war, und einige Bruchstuecke dieser Sprache verstand
er
auch, aber aus diesen Erlebnissen hatte er keinerlei Schluesse
gezogen.
Dies wird ohne weiteres verstaendlich, wenn man sich anschaut, wie
verschieden der armenische Hemschin-Dialekt von der Form des
Armenischen
ist, die als westarmenische Literatursprache bekannt ist. Einige
wenige
Beispiele moegen dies veranschaulichen:
hemschin-armenisch (l) westarmenisch (r)
kiek ku ihr schreibt" ge krek'
oie Tage" orere
pion Mund" peran
son 20" k'san
Man sieht aber auch gleich, dass die Unterschiede bestimmten Regeln
folgen: Das standardarmenische r tritt im Dialekt als i auf, altes a
erscheint (vor n) als o, usw. Es kann deshalb nicht erstaunen, dass
die
Verstaendigung zwischen den Hemschin-Armeniern und den anderen
Armeniern
nicht so leicht funktioniert. Eine junge Kollegin aus Yerevan sagte
mir
kuerzlich, dass sie das Hemschin-Armenische nur ganz bruchstueckhaft
verstehen koenne - sie ist also in bezug auf diesen Dialekt in der
gleichen
Situation wie der Student, der mit Georges Dumizil
zusammengearbeitet hat - und dass sie sich mit Hemschin-Armeniern
immer in
fremden Sprachen verstaendigen muesse.
S.35:
Lehrreich an dem Erlebnis von Georges Dumizil ist im uebrigen, dass
der
Hemschin-Armenier gar nicht wusste, dass er Armenier ist, obwohl er
einen
armenischen Dialekt als Muttersprache hat. Ihre eigene Sprache
nennen die
Hemschin-Armenier auch nicht Armenisch", sondern Hemschinisch". Ein
aehnliches Erlebnis hatte ich vor ueber zwanzig Jahre mit einem
Georgier
aus der Tuerkei, der ein sehr schoenes dialektgefaerbtes Georgisch
sprach,
aber auf die Frage, welche Sprache er spreche, antwortete er nicht
mit
kartuli (Georgisch"), sondern mit cveneburi (fuer uns
charakteristisch;
die Unsrige").
Am Anfang stand also der Verlust der Religion, dann trat der Verlust
des
Bewusstseins einer ethnischen Identitaet ein und schliesslich - im
westlichen Hemschin-Gebiet - der Verlust der Sprache. Auf die
Sprache kommen
wir weiter unten noch
einmal kurz zurueck. Zunaechst aber ein Blick in die Geschichte: Was
weiss
man ueber die Herkunft der Hemschin-Armenier? Aufschluss hierueber
erlangt
man in einem sehr informativen Beitrag von Ruediger Benninghaus
ueber die
Hemsinli in dem Sammelband Ethnic groups in the Republic of Turkey"
(herausgegeben von Peter Alford Andrews, Wiesbaden 1989), auf den
sich die
folgenden Darlegungen in weiten Teilen stuetzen.
Bereits der Name Hemsin" hat zu allerlei Deutungsversuchen
eingeladen, die
eben meist auch mit Legenden ueber die Herkunft der Hemsinli
verbunden sind. Dabei darf man nicht aus dem Auge verlieren, dass
der armenische
Name Hamen" und im Dialekt der Hemschin-Armenier Homin" lautet. Dies
macht
die Sache insgesamt ueberschaubarer, denn aus dem Vergleich der
armenischen Dialekte wissen wir, dass Homin" lautlich einwandfrei
aus
Hamen" erklaert werden kann, aber Hemsin" passt hierzu hoechstens
als
Form, die an das Tuerkische angepasst ist. Alle Versuch, von Hemsin"
als
urspruenglicher Wortgestalt auszugehen, sind deshalb zum Scheitern
verurteilt, so schoen im Einzelfall auch alles zusammen zu passen
scheint.
Das gilt vor allem fuer die Erklaerungen aus dem Tuerkischen, z.B.
hem
gleichermassen" + sen froehlich" -
offenkundig sinnlos. Auch ein alttuerkisches Wort fuer das Lammfell,
emsen, muss herhalten, um die Herkunft der Hemsinli aus einem sonst
nicht
weiter bekannten tuerkischen Stamm abzuleiten, der sich mit
Lammfellen
gekleidet haben muesste. Noch abenteuerlichere Deutungen bieten
tuerkische
Verfasser, die die Hemsinli wahlweise als Abkoemmlinge tuerkischer
Kiptschaken oder von Oghusen sehen wollen. Keiner dieser Versuche
hat auch
nur annaehernd ueberzeugend den Zusammenhang der verschiedenen
Namensformen erklaeren koennen.
Was sich aus den bisher erschlossenen historischen Quellen dagegen
einigermassen sicher sagen laesst, ist, dass Ende des 8. Jh. auf
arabischen Verfolgungsdruck hin etwa 12.000 armenische Dorfbewohner
unter
Fuehrung des Fuersten Schapuh Amatuni (Amaduni) und seines Sohnes
Hamam
sich auf byzantinisches Gebiet in den Kreis Chaghtik am Schwarzen
Meer
gerettet und dort Land und Lebensraum gefunden haben. Zu Ehren des
Prinzen
Hamam wurde der Siedlungsort Hamam-en" oder Hamam-a-en" genannt. In
diesem
Namen laesst sich unschwer der Wortteil en mit der Bedeutung erbaut,
bebaut" abtrennen, der auch sonst im Armenischen zur Bezeichnung von
Ortsnamen verwendet wird. Die Vereinfachung zu Hamen" ist uebrigens
ein
weit verbreiteter Prozess, der in der Sprachwissenschaft als
Haplologie"
bekannt ist (wie Zauberin < *Zaubererin).
Diese historische Erklaerung passt zwar am besten zu den spaerlichen
Nachrichten aus der Zeit gegen Ende des ersten Jahrtausends, doch
liegen
die weiteren Einzelheiten der Entwicklung des Hemschin-Gebiets
vorlaeufig
noch im Dunkel der unaufgearbeiteten Geschichte. Vor allem ueber die
oestlichen Siedlungsgebiete gibt es keine verlaesslichen Angaben.
Ruediger
Benninghaus hofft auf weitere Informationen aus bisher noch nicht
bearbeiteten Archivmaterialien in den Mechitaristenkloestern von
Wien und
Venedig, im Matenadaran und im British Museum.
Die naechsten greifbaren Zeugnisse ueber das Hemschin-Gebiet stammen
aus
der fruehen Neuzeit, nun bereits unter dem Zeichen der
Islamisierung.
Wenig wirklich Zuverlaessiges ist bekannt, und so ist man auf die
Interpretation einzelner Dokumente angewiesen, die immer nur einen
kleinen
Ausschnitt des Hemschin-Gebiets zum Gegenstand haben.
Zweifelhaft ist die Annahme, dass bereits im fruehen 15. Jh.
einzelne
Hemsinli-Doerfer zum Islam uebergetreten waren. Fuer das 16. Jhdt.
wird
man dies nach der Lage osmanischer Quellen nicht mehr bestreiten
koennen:
neben 457 christlichen Familien gab es im Hemschin-Gebiet bereits
214
muslimischen Haushaltungen. Zweifel an dieser Chronologie haben
manche
Forscher, die den Beginn der Islamisierung erst zu Beginn oder sogar
gegen
Ende des 17. Jh. ansetzen. Der armenische Reisende Indjidjian
berichtet zu
Beginn des 19. Jh., dass eine ganze Reihe von Doerfern im
Hemschin-Gebiet
noch einen geringen christlichen Bevoelkerungsanteil aufweisen.
Zu den Hintergruenden und den eigentlichen Motiven fuer die
UEbernahme des
Islams durch die Hemschin-Armenier gibt es bislang keine
zuverlaessigen
Quellen. Die Nachbarschaft zu den ethnisch verschiedenen Lasen, die
-
in ihrer Gesamtheit -
auch vom Christentum zum Islam uebergetreten sind, mag hierbei eine
(noch
genauer zu untersuchende) Rolle gespielt haben. Immerhin haben auch
die
Lasen ihre fruehere Religion ganz aufgegeben, und bei sehr vielen
ist
inzwischen das Tuerkische an die Stelle ihrer suedkaukasischen, mit
dem
Georgischen verwandten Muttersprache getreten. -
Am Rande sei vermerkt, dass die Hemschin-Armenier ihre
lasischen Nachbarn in bestimmten Situationen Megreli" nennen, was
sich eigentlich auf die Mingrelier bezieht, die eng mit den Lasen
verwandt sind, aber nur in Georgien und Abchasien leben. Sie
sind, wie die Georgier, Christen.
Als Folge wirtschaftlicher Not und auch, um den kriegerischen
Auseinandersetzungen zwischen dem Osmanischen Reich und Russland
zu entgehen, sind viele Hemsinli (westliche wie oestliche) seit
der Mitte des 19. Jh. in die westlichen Teile der heutigen Tuerkei
gezogen, aehnlich wie auch Lasen und Georgier, die an der
oestlichen Schwarzmeerkueste und dem angrenzenden Hinterland
wohnten. Auch in den Staedten der russischen und georgischen
Schwarzmeerkueste findet man heute verschiedentlich Hemsinli, die
aber ueberwiegend aus der Gegend um Hopa stammen.
Die Westwanderung der westlichen Hem~inli hat viele in die
Umgebung von Trabzon gefuehrt, wo ueber laengere Zeit auch noch
der armenische Dialekt bewahrt worden ist. So hat der grosse
armenische Philologe und Sprachforscher Hratschya Atscharyan seit
Beginn dieses Jahrhunderts sowohl in Hemsinli-Doerfern um Trabzon
herum als auch bei einer Familie, die aus Trabzon an die
russische Schwarzmeerkueste emigriert war, eingehend den
armenischen Dialekt ehemals westlicher Hem~inli untersucht und in
einem 1947 in Yerevan veroeffentlichten Buch beschrieben. Dieser
Dialekt nun weicht in mancher Hinsicht von dem oestlichen
Dialekt, den Georges Dumizil untersucht hat, ab, so dass auch auf
diesem Hintergrund die Frage gestellt werden muss, ob es sich
jemals um ein geschlossenes Siedlungsgebiet der Arme-
S.36:
nier gehandelt hat. Vielleicht sind die armenischen Doerfer im
Hemschin-Gebiet auch in zwei voneinander unabhaengigen Wellen
besiedelt worden. Ein Kontakt zwischen den beiden
Siedlungsgruppen ist jedenfalls auch heute praktisch inexi-stent.
Die zahlreichen Hemsinli-Vereine, die es in den groesseren
Staedten der Tuerkei gibt, werden nach Ruediger Benninghaus fast
ausschliesslich von westlichen Hemsinli besucht: Ein
,Gesamt-Hemschin-Bewusstsein existiert, wenn ueberhaupt, dann nur
schwach."
Eine besondere Tradition der westlichen Hemsinli zeigt noch sehr
deutlich
ihre armenische Herkunft an: Jedes Jahr wird im Sommer ein
dreitaegiges
Almfest gefeiert, das den Namen Vartivor" oder Vartavar" traegt und
das
dem bei den christlichen Armeniern ueblichen Vartavar entspricht,
womit
das Fest der Verklaerung Christi bezeichnet wird. Ist diese
Tradition auch
noch erhalten, so ist ansonsten sehr viel aus dem armenischen
kulturellen
Erbe geschwunden, wie z.B. bei den Taenzen, wo die westlichen
Hemsinli
wiederum ein groesseres Repertoire zeigen als ihre oestlichen
Vettern.
Aber, so Benninghaus: Eine Aehnlichkeit zu Taenzen der Armenier ist
...
nicht erkennbar".
Die Forschungen der letzten Jahrzehnte haben einiges an Wissen ueber
die
Hemsinli zusammengetragen, doch besteht auch noch ein grosser
Klaerungsbedarf ueber viele Aspekte der Geschichte und des heutigen
Lebens. Gerade die Erforschung der im Hemschin-Gebiet verbliebenen
Armenier koennte eben nur vor Ort durchgefuehrt werden
im Rahmen sogenannter Feldforschungen. Dass die Haltung der heutigen
Tuerkei, gerade auch der mittleren und unteren Behoerden, zu Fragen
des
Armeniertums die Durchfuehrung solcher Arbeiten nicht gerade
befoerdert,
gehoert zu den beklagenswerten Gegebenheiten unserer Tage. So bleibt
nur
die Hoffnung auf einen baldigen Wandel der Politik -
bevor die Hemschin-Armenier, wie die westlichen Hemsinli,
vollstaendig
assimiliert sind.
- o - o - o -
Yazar, Michael Job, Alman bir dil profesörüdür, özellikle Ermenice
üzerine çalışıyor. Yanılmıyorsam şimdi Göttingen Üniversitesinde
öğretiyor.
